Dopamine Fasting – Was ist das?

Dopamine Fasting liest man derzeit überall, bei Wellnessexperten, Psychologen, Neurowissenschaftlern. Aber was ist das eigentlich genau? Macht es Sinn oder ist es nur ein sinnloser Trend? Und wie kann man es umsetzen?

Erstmal hört sich Dopamine Fasting nicht sonderlich erstrebenswert an. Schließlich ist Dopamin der Neutrotransmitter, der mit dem Belohnungssystem interagiert und auf Belohnungen zu verzichten hört sich nicht wirklich positiv an.

Mit Dopamine Fasting soll man angeblich den Dopaminrezeptoren, die durch eine Überflutung von Dopamin durch eine Vielzahl an Belohnungen desensibiliert sind, eine Auszeit gönnen und sie so wieder sensibler machen. Das hätte dann zur Folge, dass positive Reize (Belohnungen) wieder angenehmer empfunden werden können. Aber hierzu muss man sagen, dass Dopamin immer aktiv ist. Natürlich besonders, wenn ein positiver Reiz eintrifft, aber ganz eliminieren lässt sich das Dopamin nicht und das ist auch gut so. Schließlich brauchen wir es um normal zu „funktionieren“. Aber trotzdem ist an dem Konzept was dran. Vielleicht erinnerst du dich, dass du mal eine gewisse Zeit auf etwas verzichten musstest, dass sonst ganz normal für dich war. Zum Beispiel wenn du eine Diät gemacht hast, oder wenn dein Handy kaputt war. Wenn man dann das erste mal wieder etwas relativ ungesundes isst, oder zum ersten Mal wieder seine Nachrichten abrufen kann, ist die Belohnungsempfindung im Vergleich zu der vorherigen, alltäglichen Nutzung schon ziemlich stark. Allerdings kann eine stärkere Belohnungsempfindung ja auch wieder zu einem stärkeren Verlangen führen, vielleicht sogar stärker, als es vor dem „Entzug“ war und damit wäre das Gegenteil, von dem was man eigentlich wollte, erreicht.

Dopamine Fasting ist also mit Vorsicht zu genießen. Es macht auch keinen Sinn es bei Verhaltensweisen anzuwenden, mit denen du vollkommen zufrieden bist. Wenn dir allerdings ein Verhalten einfällt, an dem du gerne etwas ändern würdest, wäre es einen Versuch wert. Wenn du zum Beispiel gerne weniger auf Instagram unterwegs wärest, könntest du feste Zeiten einführen, wo du „fastest“, also nicht mehr auf Instagram gehst. Das könnte zum Beispiel eine Stunde vor dem schlafen gehen sein, oder eine Stunde nach dem Aufstehen.

Der Schlüssel zum Erfolg beim Dopamine Fasting ist, es nicht zu übertreiben. Ein moderater „Entzug“ kann wirklich dazu führen, dass du Verhaltensmuster, die du gerne ändern würdest wirklich langfristig ändern kannst und wieder mehr Freude empfindest, wenn du dann z.B. wieder auf Instagram unterwegs bist. Zudem kannst du dabei noch ein bisschen deine Disziplin trainieren. Wenn du es allerdings übertreibst und dich während der Zeit des „fastens“ echt schlecht fühlst, wirst du auf lange Sicht mit diesem Verhalten nicht glücklich, da du erstens regelmäßig leidest und zweitens weil sich dein Verhalten noch weiter problematisieren wird, da das Verhalten durch die starke folgende Belohnungsreaktion nur noch erstrebenswerter wird.

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