Was „Social Distancing“ für unsere Freundschaften bedeutet

Vor ein paar Wochen haben wir alle angefangen darauf zu achten mehr Abstand zu halten. Im Supermarkt, in der Bahn und auch beim Spazieren gehen ist man weiter zur Seite gerückt als sonst, um den Sicherheitsabstand einzuhalten. Ich muss sagen, dass ich das alles sehr angenehm fand. Endlich haben wildfremde Leute den Abstand gewahrt, den ich mir eigentlich schon die ganze Zeit gewünscht habe.

Aber der Abstand, der in dieser Zeit gewahrt werden muss bezieht sich nicht nur auf fremde Leute, sondern auch auf Freunde. „Social Distancing“ ist das Stichwort. Jeder soll am besten soweit es geht für sich selbst bleiben, um den Virus nicht weiter zu verteilen. Am Anfang war das auch okay. Ein paar Wochen die Freunde nicht zu sehen ist ja schließlich nicht so schwierig und kann durch Skype etc. kompensiert werden. Aber wie lange dauert diese Situation noch an? Und was bedeutet das langfristig für unsere Freundschaften und für unsere Psyche?

Gerade in dieser Zeit sind soziale Kontakte wichtig. Viele Leute haben Angst. Seie es vor dem Virus, vor der Situation an sich oder davor, was das alles für die Zukunft bedeutet. Auch Menschen mit psychischen Krankheiten haben es schwer. Es gibt zwar Online Therapieangebote, aber den Stellenwert von sozialen Kontakten ersetzt das nicht wirklich. Freunde sind gerade jetzt wichtig, um sich auszutauschen, da sie als „Realitätscheck“ funktionieren, wenn sich die Gedanken mal wieder zu sehr drehen. Und auch Einsamkeit sollte nicht unterschätzt werden. Ein paar Tage alleine können manchmal ganz gut tun, aber nach einiger Zeit kann das ins Negative umschlagen. Und zudem stellt sich die Frage, wie das Leben nach dieser Situation sein wird. Werden manche Freundschaften einfach nicht mehr die Selben sein, oder sogar ganz kaputt gehen?

Ändern können wir an dieser Situation gerade gar nichts und wir können nur in sofern beeinflussen, wie lange sie andauert, indem wir uns an die Regelungen halten. Was wir aber tatsächlich beeinflussen können, ist unsere Art damit umzugehen. Anstatt in einem Loch zu versinken, können wir versuchen neue Wege zu finden unsere Freundschaften am Leben zu halten:

  • Nutze die Technik: Es gibt diverse Dienste um mit den Freunden virtuell in Kontakt zu bleiben (Skype, Houseparty, FaceTime,…) . Natürlich ist das nicht das Gleiche, wie ein persönliches Treffen, aber immerhin besser als gar nichts und viel persönlicher als nur über WhatsApp zu chatten
  • Routine: lege mit deinen Freunden einen bestimmten Termin zum Skypen fest. Selbstgestaltete Routine ist derzeit super wichtig, damit sich Freundschaften etc. nicht im Sande verlaufen
  • Spaziergänge: Es ist vielleicht nicht mehr möglich sich in Cafés etc. zu treffen und auch zuhause treffen ist schwierig. Aber wenn der Abstand gewahrt wird, sind Spaziergänge eine Möglichkeit um sich mit jemandem zu treffen
  • Denk an deine Freunde mit psychischen Krankheiten: Für Leute mit psychischen Krankheiten ist die Isolation besonders schwer. Die Gefahr sich jetzt komplett sozial zu isolieren ist hoch. Melde dich deswegen regelmäßig bei ihnen.
  • Frische alte Kontakte auf: Im Alltag verlaufen sich manche Kontakte einfach, ohne dass es einen wirklichen Grund dafür gibt. Nutze die Zeit, die du jetzt hast, dich mal wieder bei ihnen zu melden

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